Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Nyala
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala »

Der Wald hatte sie alle bereits zermürbt und so war es kein Wunder, dass Vishuni sich Luft machte und die beiden Spielkinder tadelte. Allerdings waren sich Nyphteq und Nyala einig, dass es nicht ihre Aufgabe war und schon gar nicht in diesem Tonfall. Sie war die Neue der Gruppe, die sich ebenso wie der alte Graupelz erst noch beweisen musste.
Als sich die Weiße zwischen die beiden Raubkatzen stellte und alle beide für ihr unnötiges Verhalten tadelte, entging ihr die Tatsache, dass sie ihre Freundin damit gekränkt hatte. Dabei war das sicherlich nicht ihre Absicht gewesen, sie wollte lediglich klar stellen, wer hier im Moment das Sagen hatte. So spürte sie den Zorn und die Anspannung der jüngeren Pumakatze sehr wohl und musste sich selbst sehr zurückhalten, nicht noch einmal herum zu springen und ihr an die Kehle zu gehen. So wie es ein dominanteres Rudelmitglied tat, wenn ein anderes aufmüpfig wurde. Doch das hier war kein Wolfsrudel, sondern ein bunt zusammengewehter Haufen an unterschiedlichen Tieren und wie Nyala wusste, gehörten Puma nicht zu den Rudeltieren. Sie waren normalerweise Einzelgänger und somit musste es ihnen besonders schwer fallen sich einzuordnen. Dennoch konnte sie die Worte auf ihren Lefzen nicht gänzlich hinunter schlucken, auch wenn sie sich nicht sicher war ob noch jemand anderes sie hörte.

“Niemand zwingt dich an unserer Seite zu kämpfen!“

Beide Katzen drehten ab und liefen in verschiedene Richtungen, Yaize folgte Vishuni und die helle Wölfin war sich nicht sicher, ob das so eine gute Idee war. Ebenso wenig wie sie es auch von Farlan für durchaus gewagt hielt, hinter Nyphteq herzugehen. Sie hätte es womöglich selbst getan, doch fürs erste brauchte sie eine eigene kleine Verschnaufpause. Dabei konnte sie Raaka, der wie ein armer, kleiner Jungvogel im Gras hockte auch nicht helfen. Wie gut, dass Kailan diese Aufgabe übernahm. Wahrscheinlich hätte die Bärin von Anfang an dazwischen gehen sollen, hielt Nya sie doch für die bessere Streitschlichterin als sich selbst.

Seufzend musterte sie nun den kleinen Teich und vergaß ihre Vorsicht als sie einige Schlucke trank. Rhorax gesellte sich zu ihr und tat es ihr gleich. Als er sich vor den Karpfen erschreckte, sah die Helle skeptisch zu dem großen, braunen Fellberg hinüber und konnte ein leichtes Schmunzeln doch nicht verbergen.
Sie folgte dem verwirrten Blick des Bären und ließ sich auf ihr Hinterteil nieder. Er hatte recht, wie waren die Fische hier hergekommen? Sie hatten keine Flügel oder Pfoten. Die einzige logische Erklärung, die der Wölfin einfiel, war dass die ganze Lichtung einst unter Wasser gestanden hatte und dieser Teich gleich einer Pfütze das Überbleibsel war.
Das Platschen neben ihr, riss sie aus ihren Gedanken und sie schloss die Augen, um kein Wasser in die Augen zu bekommen, dann sah sie was Rhorax getan hatte und öffnete bereits den Fang, doch zu spät. Eben hatte er den Fisch abgeleckt und schon war ein nicht unerheblicher Teil des Karpfens in seinem Maul verschwunden. Hatte der Otter etwas davon gesagt, dass sie nichts aus dem Wald fressen durften? Nya war sich nicht mehr sicher, außerdem hatten sie ohnehin mehr als eine Regel gebrochen. Der Blick zum Mond war nur ein Beweis dafür.

Einen kurzen Moment lenkte das Schauspiel zwischen Raaka und Kailan sie ab, wie die Pollen durch die Luft wirbelten und die Bärin selbst zum Leuchten brachten. Wenn sie nicht eine Aufgabe zu erledigten hätten und der Wald nicht schon unheimlich genug war, hätte dieser Ort wirklich etwas Friedliches haben können. Doch war sich Nyala sicher, dass der Schein sie alle trog. Wieder war es Rhorax, der sie aus ihren Gedanken riss als er ihr etwas von seinem Fisch anbot.
Leicht angewidert sah sie auf die schleimigen Überreste und schüttelte den Kopf, auch wenn ihr Magen nichts gegen eine kleine Stärkung gehabt hätte.

“Ich mag keinen Fisch…. Denke ich jedenfalls“,

sagte sie, weil ihr einfiel, dass sie ihn noch nie probiert hatte. Fische fangen gehörte nicht unbedingt zu ihren Stärken, dabei hatte sie bereits davon gehört

“außerdem bin ich mir noch nicht sicher, ob es so eine gute Idee ist, etwas aus diesem Wald zu fressen. Falls du also seltsame Erscheinungen siehst, die wir anderen nicht sehen, können wir es auf den Karpfen schieben. Ich persönlich behalte lieber einen klaren Kopf…“

…und einen leeren Magen. Um nicht doch noch in Versuchung zu geraten, hob sie den Blick Richtung Mond und hatte prompt ein weiteres Problem, dass sie besser unterdrückte. Sie wusste nicht wieso, aber irgendwie hatte diese helle, runde Scheibe am Nachthimmel eine seltsame Wirkung auf sie und vielleicht auch auf Wölfe generell. Nicht wenig Geschichten und Lieder rankten sich um den Mond und hier schien er besonders nah und groß zu sein. Und dann war es zu spät, ein einzelnes, klares Geheul entwich ihrer Kehle. Der erste Ton eines Liedes, dass jeder Welpe kannte. Vielleicht war nicht nur der Karpfen verzaubert, sondern auch das Wasser. Vielleicht war es auch einfach der innere Drang den Mond anzuheulen. So oder so, sang Nyala das kurze Lied und senkte den Kopf erst nach dem letzten Ton wieder. Sie blinzelte ein paar Mal, sah ertappt zu Rhorax und kratzte sich in einer Übersprungshandlung mit dem Hinterlauf am Ohr.

“Das Wasser muss schlecht sein“,

brabbelte sie und räusperte sich, ehe sie aufstand und Richtung Bäume lief. Irgendwo musste es doch einen Weg geben, der sie von dieser Lichtung fortbrachte und weg von dem Mond.

[ Findet Vishunis Worte nicht toll / amüsiert sich über Rhorax / mag keinen Fisch / fängt ein Wolfsgeheul an / geht Richtung Wald, um einen Ausweg zu suchen ]
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Vishuni
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Vishuni »

Vishuni stampfte leise grummelnd in Richtung Wald, ihre Pfoten gruben sich bei jedem Schritt tief in das weiche Gras, nicht fähig ihre Krallen schon wieder komplett einzufahren. Doch kleine Hüpfer hinter ihr, immer wieder mit kurzen Unterbrechungen verrieten ihr, dass ihr Frieden nur von kurzer Dauer sein würde. Sie schnaubte hörbar und drehte die Ohren zurück, brauchte sich allerdings nicht umzudrehen, um zu wissen, wer ihr in den Wald folgte. Sie konnte die Füchsin quasi schon vor sich sehen, wie sie Sprung für Sprung durch das Gras direkt auf Vishuni zusteuerte. Wie dumm und töricht, einer wütenden Katze zu folgen. Für gewöhnlich nahmen kluge Tiere die genau entgegengesetzte Richtung…
Die hohe Piepsestimme fuhr erneut an ihr Trommelfell und die Puma legte unzufrieden die Ohren an den Kopf, als der kleine Rotpelz bereits zu ihr aufgeschlossen hatte. Vishuni warf ihr nur einen vielsagenden Blick aus dem Augenwinkel zu, der kaum als einladend interpretiert werden konnte, nicht einmal von der kleinen Füchsin hier, die tatsächlich so wahnsinnig war, ihr zu folgen.

Doch ganz gleich, ob die Füchsin ihren Blick nicht verstand, oder schlichtweg ignorierte, folgte ein ganzer Schwall an Worten, aus dem kleinen Fang der Rotpelzigen. Vishunis Blick legte sich erst mit weit geöffneten Augen auf das kleinere Tierchen, bevor er ungläubig in den Wald abdriftete. War das die Rache? Wollte die Kleine sie totquatschen? Sie verdrehte die Augen, ließ sie am höchsten Punkt innehalten und hoffnungsvoll die Bäume entlang, hinauf in den Himmel blicken. Wie verführerisch es war, sich einen stabilen Stamm zu suchen, so weit er sie tragen konnte hinauf zu klettern und oben im Geäst Schutz zu suchen. Im Klettern wäre die Füchsin ihr nämlich eindeutig unterlegen. Doch Vishuni wurde das nagende Gefühl nicht los, dass das hochfrequente Gesäusel sich mühelos zwischen den Zweigen hindurch tief in ihre Ohren graben würde, ganz gleich wie hoch sie auch klettern würde.

Mit weiterhin dicht an den Kopf gedrehten Ohren bahnte sich die Puma einen Weg durch den Wald, klammerte sich an die Hoffnung, dass es der Roten irgendwann zu blöd werden würde, wenn Vishuni ihr nicht antwortete. Dabei wäre sie ohnehin nicht dazwischengekommen. Wurde die Füchsin bereits blau um die Schnauze? Wann hatte sie Zeit Luft zu holen?

Dennoch konnte Vishuni nicht verhindern, dass die Worte sie erreichten. Das meiste, was an ihre Ohren drang, war völlig sinnlos und gänzlich überflüssig. Doch mit manchem von dem, was Vish aus dem Wortschwall filtern konnte, mochte die Füchsin vielleicht sogar recht haben. Nicht, dass Vishuni ihr das gesagt hätte. Zumal… wann denn auch?
Ihre Pfoten trugen sie weiter durch den Wald und während sich die Zeit unter dem stetig auf sie einprasselndem Wortschwall endlos zu dehnen schien, wurde das Geäst langsam immer dichter und Vishuni hatte zunehmend Mühe, sich einen Weg zu suchen. So dauerte es ein wenig, bis sie bemerkte, dass es plötzlich still um sie war. Überrascht wandte sie den Kopf und sah direkt in das Gesicht der Füchsin, die etwas geknickt zu ihr aufsah. Die Puma seufzte und ließ sich auf ihr Hinterteil fallen, legte den Schwanz sorgsam um die Pfoten und blickte zu der Kleinen hinab.

“Du redest wirklich zu viel“, kommentierte sie und kratzte sich demonstrativ mit dem Hinterbein an ihrem geschundenen Ohr. Sie beschloss die Unterbrechung zu nutzen, um sich das Fell zu putzen. Mit ihrer rauen Zunge schleckte sie sich über die Pfote und begann die Stelle, an der Nymphtec sie erwischt hatte, zu reinigen. Ihre Haut brannte leicht und Vishunis Schwanzspitze zuckte zornig. Verdammtes Mistvieh!

“Kommt drauf an, wen du mit uns meinst“, antwortete sie schließlich nach einer kurzen Pause und warf einen knappen Blick zurück in Richtung Lichtung, auch wenn die Bäume ihr nun im Weg standen.

“Aber nein, ich bin nicht wütend auf dich. Auch wenn ich von einer Kampftruppe irgendwie etwas anderes erwartet hatte…“, murmelte sie, mit einer Mischung aus Tadel und Enttäuschung in der Stimme. Doch nun ließ sie ihrerseits der Füchsin keine Zeit zu antworten und brachte sich wieder in eine aufrechte Position, um die Rote nun direkt anzusehen.

“Aber gut, dann verrate mir doch mal deinen Plan. Glaubst du denn wirklich, nur weil es hier friedlich und hübsch aussieht, mit wild funkelnden Lichtern, sind wir hier in Sicherheit? Dir ist sicher auch nicht entgangen, dass es eigentlich noch heller Tag sein müsste, oder? Nichts an diesem Ort ist real.“

Ihre Stimme, zuvor noch belehrend und mit einem gewissen Sarkasmus dahinter, wurde zum Schluss hin, zunehmend nachdenklicher.

“Bisher war dieser Ort nicht gerade… freundlich zu uns. Und sich an seine Regeln zu halten hat im Endeffekt auch nicht viel gebracht. Euch wurde gesagt, ihr müsst auf den Wegen bleiben? Mir hat niemand etwas dergleichen gesagt und ich wette dem alten Wolf auch nicht. Und trotzdem sind wir nicht weiter oder weniger weit gekommen als ihr. Also erklär du es mir, ich scheine es nicht zu verstehen.“

Sie konnte nicht sagen, dass sie gerne hier in dieser Situation war. Doch mittlerweile fehlte ihr einfach die Energie, daran etwas zu ändern. Vermutlich war es diesem Umstand geschuldet, dass Vishuni tatsächlich eine Art Gespräch mit der Füchsin zu führen begonnen hatte. Doch die Rotpelzin sollte sich besser nicht einbilden, dass die Puma zu einer Anlaufstelle für ihr Geplapper werden würde. Das konnte sie sich gleich wieder aus dem kleinen Hirn streichen.

[trottet in den Wald | wird von Yaize verfolgt | hört gezwungenermaßen erst einmal zu, bevor sie antwortet]
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Nyphteq
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq »

Man gönnte ihr, so schien es, nicht die Zeit, sich mit den eigenen Gedanken auseinanderzusetzen. Zumindest nicht allein und ohne diese zu teilen. Nyphteq senkte den Blick, der, ohne einen festen Punkt zu fixieren, zwischen den Baumwipfeln und dem klaren Nachthimmel umhergewandert war und betrachtete den Ruhestörer, den ihre Ohren schon längst als den ältlichen Wolf identifiziert hatten. Farlan war sein Name, wenn sie nicht irrte? Aber selbst wenn sie es tat, die Wahrscheinlichkeit, dass es ihm gar nicht auffallen würde, schien nicht ganz abwegig, wenn man sich anhörte, was er so von sich gab.

Zunächst aber musste die Katze in eigener Verwirrung den Kopf schütteln. Der Rüde wäre vermutlich der Letzte gewesen, den sie jetzt an ihrer Seite erwartet hätte. Dazu kam dann seine Frage, die, unabhängig davon, ob sie sie richtig verstanden hatte – Herumchillen? Was sollte das bedeuten? – nicht ohne eine gewisse Stichelei daherkam. War sie für ihren Einsatz für die Gruppe nicht schon gescholten genug, dass sie sich jetzt auch noch Spott anhören durfte? Nyphteq beschloss, das Ganze erst einmal unkommentiert zu lassen und blieb dem Dunklen damit fürs Erste eine Antwort schuldig.

Auch von seiner nachfolgenden Äußerung, doch vom Baum herunterzukommen hielt die Katze erstmal noch nicht viel. Sie war immerhin gerade erst hochgesprungen. Zudem zwang niemand den Wolf, sich mit ihr zu unterhalten, geschweige denn sie dabei auch noch anzustarren. Sie tat das ja auch nicht, denn ihr Blink wanderte nun bereits wieder hinauf zu der Szenerie in ihrer Augenhöhe.

„Das wird wohl der Grund sein, warum Wölfe nicht auf Bäume klettern“,

kommentierte sie schließlich seine Mutmaßung bezüglich der Beschaffenheit ihres ausgewählten Ruheplatzes ehe sie einen doch schon annähernd gutmütigen Nachschub hinzufügte.

„Und genau deshalb kann ich es dir kaum verübeln, dass du dich mit der Stabilität von Gehölzen nicht besonders auszukennen scheinst. Dieser hier“,

und dabei wippte sie leicht mit dem Körper, um den Ast kurzzeitig in eine sanfte Schwingung zu versetzen.

„ist äußerst stabil und bequem noch dazu.“

Er würde auch den Rüden, der sicherlich und wenn überhaupt kaum besonders viel schwerer sein konnte als sie selbst, aushalten. Allerdings, wenn sie sich vorstellte wie so ein Wolf auf einem Baum herumkraxelte und sich dabei mit der Koordination seiner Pfoten mit Sicherheit deutlich schwerer tat, dann war es schon denkbar, dass so ein Ast unter den akrobatischen Belastungen kapitulierte – wenn nicht der Wolf ohnehin derjenige war, der zuerst Bekanntschaft mit der Schwerkraft machte.

Was los sei wollte er dann noch wissen. Dabei erschien es der Katze undenkbar, dass irgendjemand aus ihrer Gruppe nicht mitbekommen hatte, was sich vorhin abgespielt hatte. Sollte sie sich nun also dumm stellen und sich weiter selbst verarschen, oder einfach annehmen, dass Farlan sich hier nicht nach den Geschehnissen, sondern tatsächlich nach ihrer inneren Verfassung erkundigte? Eine Verfassung, der sie ja nun nicht gerade zum Teilen aufgelegt war. Weil sie aber – aus Gründen – nicht ganz ohne Antwort dastehen wollte, bewegte sie sich letztlich dazu, ihm zumindest die in ihren Augen ohnehin offensichtlichen Begebenheiten noch einmal darzustellen.

„Ich erkenne, wenn ich eine Abfuhr bekomme und habe auch kein Problem damit, dass Alleinsein zu genießen.“

Ob das nun eine Anspielung auf Farlans Aufdringlichkeit sein sollte? Aus Nyphteqs Tonfall ließ sich zumindest nichts dergleichen herleiten. Der war eher etwas monoton geraten, vielleicht sogar ein wenig müde. Wenn man überlegte, was sie in diesem Tag schon alles gesehen hatten, wäre das ja auch wenig verwunderlich.

[ bleibt erstmal auf ihrem Ast | antwortet Farlan zumindest teilweise ]
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Farlan
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Farlan »

War das eine Abfuhr? An ihn? Farlan war sich zunächst nicht wirklich sicher. Aber er hatte zumindest eines erreicht: Die Katze sprang ihm nicht direkt an die Kehle und schlitzte ihn mit ihren fürchterlichen Krallen auch nicht auf. Da konnte man ja fast schon erleichtert sein!

Anstalten, sich sofort und umgehend zu ihm zu gesellen machte sie aber, entgegen der anfänglichen Hoffnung – hatte er das wirklich gehofft? – nicht. In der Tat mochte der Rüde wie auch sein Auftreten in manch einer Situation einigermaßen befremdlich wirken. Dies war ganz eindeutig eine solche, was ihm allerdings – ob beabsichtigt oder nicht – erst einmal nicht aufzufallen schien. Immerhin aber stellte sie fest, dass es offenbar Gründe gab, nicht auf Bäume zu klettern. So als Wolf jedenfalls. Aber hatte sie ihn da, wenn auch nur indirekt, fett genannt? Schluss Farlan….die Interpretationsgabe ließ hier eindeutig zu wünschen übrig, respektive führte ein sehr interessantes, in diesem Falle aber eben auch sehr lästiges Eigenleben.

„Ich…“

begann er, musste dann aber mitansehen, wie Nyphtq dem Baum mal so richtig zu zeigen schien – respektive dem Ast – wo die Bartelpuma den Most holt. Tatsächlich wuchs Farlans Bewunderung ein wenig. Nicht ins Unermessliche, das wäre auch übertrieben gewesen, aber doch um einige Nuancen. Innerlich dennoch etwas angespannt beobachtete er, wie der Ast sich weigerte, nachzugeben….dummerweise war das die einzige Regung der Katze in Richtung Boden und da der Ast nicht brach, blieb sie da, wo sie war.

„Ich seh’s ja ein. Vielleicht. Vielleicht ist in dir gar nicht so viel wie ich denke? Oh! Versteh mich nicht falsch, ich meine nicht deinen Grips…“

versuchte er gleich einzulenken, ehe hier eine vollkommen unnötige Eskalation ihren Lauf nahm. Noch ehe er aber in der Thematik weiter fortfahren konnte, hatte Nyphteq schon das Thema auf die vermeintliche Abfuhr gelenkt. Farlan beschloss, gleich darauf zurückzukommen, setzte aber zunächst noch die Astthematik fort.

„Was ich sagen will….Vögel haben ja innen auch nichts. Deshalb habe ich immer lieber Hasen gejagt, weil da auch etwas dran ist. Von Vögeln wird man ja nicht satt.“

Nach diesem kurzen Exkurs in Richtung Nahrungsaufnahme – und –verwertung – ging es zurück zur eigentlichen Thematik – der vermeintlich schmollenden Großkatze, wie Farlan für sich entschieden hatte. Also dass sie schmollte, nicht dass es dort hinging. Diese Entscheidungsgewalt hatte er dann auch wieder nicht. Die kleine Spitze, das Alleinsein betreffend, hatte er dafür geflissentlich überhört.

„Die andere Dame wirkte alles andere als erbaut, muss ich gestehen – aber die Wölfin hat das ja gut gelöst, wie ich finde.“

brabbelte Farlan zunächst vor sich hin, ohne davon ausgehen zu können, dass Nyphteq ihm zustimmen würde. Musste sie aber auch gar nicht.

„Ich bin, auch wenn es den Anschein hat, nicht hier um dir auf die Nase zu gehen. Wirklich nicht. Glaube ich. Aber sag mal….wie lange seid ihr jetzt schon unterwegs?“

Ja, da klang doch ein wenig Interesse durch. Interesse, das über den Flattermann, den er nicht mehr sah und über die Katze hinausging. Und da war noch etwas, das ihm auffiel, von dem er aber nicht wusste, ob er es anbringen wollte. Aber Neugier? Klar, die verspürte er, ungewohnter Weise, von Sekunde zu Sekunde mehr.

„Diese Bären da….sind das alle?

Beschloss er seinen Fragereigen für den Moment, um der Katze nicht gleich einen ganzen Katalog an den ansehnlichen Kopf zu werfen. Immerhin hatte er es mittlerweile aufgegeben, sich an den Baum zu lehnen – stattdessen hockte sich das Dunkelfell auf die Hinterkeulen und warf den Kopf fast ein wenig in den Nacken, um nach oben zur Puma zu schielen. Ein göttliches Bild!


[immernoch bei Nyphteq am Baum, fragt Löcher in den Bauch]
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Kailan
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan »

Kailan beobachtete die Reaktion des Raben genau und als er zuerst aussah, wie als ob sie ihn schlecht behandelt oder gescholten hätte, war sie sich nicht mehr sich ob das Spielen wirklich eine gute Idee war. Als er sich auch noch umdrehte und verschwinden wollte, wie es schien wurde der Bärin mulmig zumute. Sie hatte ihm eigentlich helfen wollen und nun hatte sie ihn auch noch vergrault. Unglücklich öffnete sie ihre Schnauze und wollte gerade eine Entschuldigung los werden, als der Rabe sich plötzlich wieder umdrehte und sie einen Haufen Pollen entgegengeworfen bekam. Seine Augen blitzten dabei schelmisch. Kailan war zunächst völlig verdutzt, das war also eine Falle gewesen. Unfassbar… Die Bärin bekam einen Haufen Pollen ins Gesicht und in ihr offenes Maul. Schnell machte sie es zu, was nicht unbedingt die beste Idee gewesen war, obwohl wenn sie ehrlich war, schmeckten die Pollen nach überhaupt nichts.

Ihre Pupillen weiteten sich als Nyala plötzlich kurz den Mond anheulte, erschrocken glitt ihr Blick zu der Fähe. Aber so schnell wie diese damit angefangen hatte, so schnell hat sie sich auch wieder aufgehört. Ein wirklich merkwürdiges Verhalten, aber Kailan den Mund immer noch voller Pollen, entschied sich bei Raaka zu bleiben schließlich hatte Nyala mit Rhorax jemanden an ihrer Seite, wobei… Moment, wo ging sie denn nun hin… Die Bärin schüttelte kurz den Kopf und beließ es dabei, sie hatte eh das Gefühl, dass es nichts nutzte, wenn sie der Fähe erklären würde, dass sie einfach abwarten sollte. Raaka hatte sie soeben herausgefordert und hüpfte vor ihr her. Nun würde sie sich wieder ihm widmen, die Pollen in ihrem Maul hatte sie mittlerweile runtergeschluckt und der Rest hatte sich darin aufgelöst, dennoch glitzerte sie immer noch am gesamten Körper. Ihre Augen blitzen leicht spöttisch und sie meinte mit einem scherzhaft warnenden Ton:

„Da wäre ich mir nicht so sicher, Schimmerrabe…“

Dann erhob sie sich und jagte ihm spielerisch nach und haute dabei immer wieder mit ihren Pranken ins Gras vor sich, um ihm mit einer Ladung Pollen zu erwischen. Bald glitzerte alles um sie herum, durch die herumliegenden Pollen. Kailan lächelte fröhlich und genoss es.

[ schluckt versehentlich ein paar Pollen | ist kurz durch Nyalas Heulen und verschwinden abgelenkt | antwortet dem Raben | verfolgt ihn dann und scheucht dabei Pollen auf ]
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Raaka
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Raaka »

Nyalas musikalische Untermalung erntete bei Raaka deutlich weniger Verdutzen als bei Kailan. Im Gegenteil, der Rabe keckerte entzückt und versuchte, mit seinen eigenen Lauten einzustimmen. Wirklich schade, dass das Lied so kurz war, denn dem Raben gefiel die Melodie und er hätte gerne noch länger zugehört. Natürlich musste er erneut sofort an ihr erstes Aufeinandertreffen denken und wäre sicherlich gerne zu seiner alten Freundin geflattert, wenn er nicht gerade im Begriff gewesen wäre, eine andere Erinnerung mit Kailan zu schaffen.

Apropos Kailan – Die hatte ihm soeben eine Vorwarnung gegeben, die sogleich einen Prankenhieb nach sich zog, dem der Raberich mit ordentlichem Flattern auswich, nicht aber ohne einen Sturm von Glitzerpollen abzubekommen, die sich wie ein magischer Regen auf ihn legte. Raaka krächzte inzwischen aus voller Kehle, während er weiter den Pranken der Bärin auswich und dabei immer wieder versuchte, zumindest einen kleinen Teil der Pollen zu Kailan zurück zu wischen. Der Schwarze genoss das Spiel sichtlich, bis der Boden um sie herum gänzlich nackt war und die Lichter, die nicht ihr Pelz und Gefieder schmückten, im seichten Wind davon stoben.

Anschließend brauchte selbst der Rabe eine kurze Verschnaufpause. Er hockte sich im hohen Gras vor Kailan nieder und bedachte die Bärin mit schiefem Blick. Nyalas Gesang hatte ihn auf eine Idee gebracht und die wollte er seiner großen Freundin nur allzu gerne mitteilen.

„Findest du nicht auch, dass der Widerstand ein eigenes Lied braucht? Eine Ode, sozusagen, über unser Abenteuer?“

Kurz schwieg der Rabe und glättete dabei mit dem Schnabel die zerzausten Kehlfedern, vorsichtig genug, um dabei die hübschen Pollen nicht abzustreifen. Deutlich eher als man es vielleicht erwartet hätte richtete er sich dann wieder auf und öffnete den Schnabel zum Gesang.

„Ein Ruf von Magie traf den Widerstand
Zu bringen den Frieden zurück ins Land.
Sie machten sich auf und erreichten bald
Das tote Geäst um den Geisterwald.“


Den Text hatte er sich teilweise schon während ihres Spiels überlegt und die Melodie erinnerte eindeutig an Nyalas Lied. Nach einer kurzen Pause folgte bereits die zweite Strophe.

„Einen Rat noch gab ein Freund ihnen mit:
‚Bleibt zusammen und verlasset die Wege nicht,
Hört nicht auf die Stimmen und reist nie bei Nacht,
Denn den Wald umgibt eine düstere Macht.’


Inzwischen hatte sich der Rabe gänzlich aufgerichtet. Die Schwingen leicht vom Körper abgespreizt sang er laut genug, dass die Gefährten, die nicht allzu weit weg waren, sein Lied hören konnten.

„Jetzt kommt der Refrain“,

erklärte er nach kurzem Überlegen, ehe er direkt wieder einstieg.

„Im Flug und am Boden, die Pfoten erhoben
Liefen sie immerzu fort und fort,
In flüsternden Winden um einen zu finden,
Den weißen Raben am finsteren Ort.“


So ging es weiter, Strophe um Strophe, immer wieder von kurzen Schaffenspausen unterbrochen, bis der Schwarze schließlich ein ganzes Lied zusammenhatte. Natürlich war es noch lange nicht fertig, denn ihre Reise war ja auch noch nicht zu Ende.

„Der Wald, ihr Eindringen längst gespürt,
Sie mit falschen Spuren in die Irre führt,
Doch sie trotzten dem Spiel und folgten dem Pfad
In der Hoffnung, dass bald schon sein Ende naht.

Doch, o weh, sie kamen an eine Schlucht
In der tosend Wasser ihr Unheil sucht.
Doch am Wasserfall am anderen Ende
ein verborgener Höhlenpfad brachte die Wende.

Im Flug und am Boden, die Pfoten erhoben
Liefen sie immerzu fort und fort,
In flüsternden Winden um einen zu finden,
Den weißen Raben am finsteren Ort.

Mit Hoffnung in den müden Gesichtern
Sie folgten der Höhle zu funkelnden Lichtern,
Und nach langem Weg sich ihnen entfacht
eine magische Lichtung in tiefster Nacht.

Im Mondesschein und bei funkelnden Blumen
Aus Nebel geformt sprach ein Hirsch zu ihnen:
‚Nun rastet, ihr Freunde, doch seht euch vor,
Die letzte Probe, sie steht euch bevor.’


Im Flug und am Boden, die Pfoten erhoben
Sie waren gewandert immerfort,
In flüsternden Winden um einen zu finden,
Den weißen Raben am finsteren Ort.“


Ein durchaus zufriedenes Seufzen beendete den Gesang und ein leichter Glanz blieb in den dunklen Augen zurück, die nun Kailan einen fragenden Blick zuwarfen.

„Was meinst du, wie diese letzte Probe aussehen wird? Sicherlich müssen wir unseren Zusammenhalt unter Beweis stellen. Und unseren Mut. Und unser Herz…“

Sein Blick war, während er weiter darüber nachdachte, zum Himmel gewandert und sprang von einem Stern zum nächsten. Es war wohl kaum vorstellbar, dass Raaka in dieser „Nacht“ auch nur ein Auge zudrücken konnte.

[ spielt mit Kailan | erdichtet ein Lied zu ihrem Abenteuer nach Nyas Melodie | denkt über die letzte Probe nach ]
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Rhorax
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Rhorax »

Dass Nyala seinen angebotenen Fisch ablehnte, weil sie sich nicht sicher war ob sie Fisch mochte, erschien Rhorax merkwürdig. Wie konnte man keinen Fisch mögen? Es gibt doch kaum etwas Köstlicheres. Ein kleines Stirnrunzeln verriet seine Irritation, doch dann zuckte er nur leicht die Schultern und schlang den Rest des eben gefangenen Karpfens herunter, dabei laut schmatzend aber weniger gründlich kauend als vielleicht gesund gewesen wäre. Währenddessen erklärte ihm die weiße Wölfin, dass sie es für keine gute Idee hielt Dinge zu futtern, die ihnen der Wald anbot, doch da war das Maul des Bären schon wieder leer.

"Hmm… ich glaub mein Kopf ist noch klar..."

Er horchte sicherheitshalber noch einmal in sich hinein und sah sich kurz um, um sicherzugehen, dass noch alles in Ordnung war und seine Sinne ihm gehorchten. Alles schien oke. Und so ganz konnte er die Sorge von Nyala auch nicht nachvollziehen. Wenn der Wald ihnen Streiche spielen, Trugbilder zeigen oder Erscheinungen präsentieren wollte, hatte er zumindest bisher nie Futter dazu benötigt. Oder? Ein kurzes Grübeln. Nein, hatte er nicht.

Der Blick des Bären glitt zum Wasser und er überlegte, ob es jetzt noch schaden würde einen zusätzlichen Fisch zu verspeisen. Falls irgendetwas damit nicht in Ordnung war, wäre es dann jetzt nicht sowieso schon zu spät für ihn? Doch ehe er diesen Gedanken abschließen konnte, begann Nyala, mit einer Wolfssonate seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Rhorax war erstaunt. War dies schon die erste Erscheinung? Vielleicht war der Karpfen wirklich schlecht gewesen. Oder das Wasser? Nyala hatte auch davon getrunken. Er setzte sich langsam, legte den großen, runden Kopf schief und lauschte dem Geheul seines Leittiers gebannt und auch ein wenig ungläubig. Er wusste, dass Wölfe heulen können und hatte das auch schon einige Male gehört, doch noch nie aus so direkter Nähe oder ohne dass ein ganzes Rudel einstimmte.

Es klang zunächst ungewohnt aber irgendwie auch schön und so saß er stumm da und genoss die unerwartete Unterhaltung wort- und regungslos. Als Nyala endete, ihn anblickte und erklärte dass sie glaube, das Wasser sei schlecht, sah er noch einmal kurz zum Tümpel hinab und wieder zu der Weißen, die sich gerade auf machte ihn alleine zu lassen.

"Kann schon sein."

Viel mehr gab es dazu nicht zu sagen. Vielleicht war es doch besser erst einmal die Tatzen davon zu lassen, bis sie Genaueres wussten. Da er nun nichts Besseres mehr zu tun hatte, raffte er sich wieder auf und folgte der Weißen, laufend zu ihr aufschließend. Sein Plan, falls man ihn denn so nennen wollte, war sie bei ihrer Erkundung oder wo auch immer sie hin wollte zu begleiten. Immerhin war es besser zusammen zu bleiben, ehe ihnen noch jemand abhanden kam.

Empathie war nicht seine große Stärke, aber er hatte im Laufe der Jahre genug Erfahrungen gesammelt - vor allem auch am eigenen Leib - um zu wissen, wann jemanden etwas unangenehm war. Und auch wenn er weder verstand, warum Nyala ihr Lied gesungen hatte, noch warum ihr dies nun unangenehm war, fasste er doch den Entschluss ihr weder zu sagen, dass er das Gejaule gar nicht so schlecht fand, noch sie deswegen auszuhorchen. Stattdessen konzentrierte er sich auf ihre Umgebung und wechselte das Thema. Eine Sache fiel ihm auf und das besonders jetzt, wo in Folge ihres Geheuls wieder relative Stille eingekehrt war. Sein rechtes Ohr zuckte leicht.

"Wenn man genau hinhört klingt es so, als würden um uns herum ab und zu irgendwelche Stimmem leise wispern. Ob das die sind, die Yaize gehört hat? Woher die wohl kommen?"


[ bei Nyala | frisst seinen Fisch auf, lauscht ihrer Sonate und begleitet sie weiter ]
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Yaize
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Yaize »

Dass auch Vishuni befand Yaize würde zu viel reden, hätte durchaus das Potential gehabt die Füchsin ernsthaft zu kränken, würde sie solche Kommentare nicht ständig zu hören bekommen und wüsste sie es nicht definitiv besser. So nahm sie diese Aussage mit einem leicht süffisanten Grinsen hin und setzte sich selbst der Puma gegenüber, die buschige Fuchsrute um ihre grazilen, schwarzen Pfoten schwingend. Dabei hielt sie einen gewissen Mindestabstand ein um der Raubkatze nicht zu sehr aufs Fell zu rücken. Aufmerksam stellte sie die großen Ohren auf und hielt den Blick auf Vishunis Gesicht gerichtet, selbst als diese begann sich zu putzen und zu erzählen.

Hier und da hätte die Füchsin gerne einen Kommentar eingeworfen und auch der belehrende Ton zu Beginn der Ansprache hatte ihr so gar nicht gefallen, immerhin war sie kein kleiner Welpe mehr den man belehren musste. Aber sie wusste wie unhöflich es war jemand anderen zu unterbrechen - etwas, das ihr selbst ständig wiederfuhr und oft genau dann, wenn sie eh fast fertig war mit dem was sie sagen wollte - also wartete sie artig auf den Moment, an dem Vishuni ihr das Wort wieder übergab. Währenddessen versuchte sie sich alles zu merken was wichtig war und worauf sie wiederum eingehen wollte. Den Kopf leicht geneigt hatte die Puma somit ihre vollste Aufmerksamkeit und erst, als diese sie direkt bat, nickte die Füchsin entschieden und lächelte ihrer neuen Bekanntschaft aufmunternd zu.

"Du hast Recht!"

Sie wartete einen Augenblick und ließ diese drei Worte wirken. Sie wusste, wie gerne jemand hörte, dass er oder sie im Recht war. Ihr selbst ging es da genau so. Ihr Stimme war fest und selbstbewusst, als sie weitersprach.

"Sich an die Regeln zu halten hat uns wirklich nicht weiter geholfen. Vielleicht haben sich die Otter geirrt oder es war Zufall, dass ihnen diese Regeln weitergeholfen haben. Es bringt jetzt nur irgendwie nichts sich darüber weiter den Kopf zu zerbrechen. Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass es einen großen Unterschied macht ob wir ihnen folgen oder nicht. Abgesehen davon, dass es dafür eh schon zu spät ist. Mir ist natürlich nicht entgangen, dass die Nacht früher kam als erwartet und auch… irgendwie seltsam wirkt."

Ein leicht tadelnder Blick traf die Puma auf Grund des Sarkasmusses, den sich die Füchsin noch kurz zuvor ausgesetzt sah. Aber das lag vermutlich auch daran, dass die Vishuni noch emotional geladen war. Vor der gesamten Truppe eine derartige Klatsche zu bekommen musste ziemlich demütigend sein und auch unfair, wenn man sich selbst im Recht wähnte. Das konnte die Füchsin durchaus verstehen. Also ging sie nicht weiter darauf ein und lächelte ganz im Gegenteil sogar noch freundlicher.

"Ich denke auch nicht, dass wir in Sicherheit sind, so lange wir diesen Wald nicht wieder hinter uns gelassen haben. Offen gestanden habe ich auch keinen Plan oder eine Idee, was wir nun machen sollten. Aber ich hab eine gewisse Vorstellung, was wir vielleicht nicht machen sollten. Sich zu trennen, beispielsweise. Egal ob diese Regel nun noch eine Relevanz hat oder nicht, ich denke am Ehesten überstehen wir das Ganze, wenn wir zusammen bleiben."

Sie holte tief Luft, der nächste Teil war vielleicht etwas schwerer zu verdauen, drückte er doch noch einmal in Worten aus, in was für einer unglücklichen Lage sie sich befanden.

"Außerdem denke ich, wir können es uns sparen zu versuchen zu entkommen oder cleverer zu sein als der Wald. Wann immer wir glaubten uns sei etwas tolles eingefallen um ihn zu überlisten und auf Nummer sicher zu gehen, wurden wir von ihm gerade zu verspottet und in eine noch größere Misere gebracht. Ich denke nicht, dass wir gewinnen können, in dem wir den Wald unsere Regeln aufzwingen. Vielleicht müssen wir nach seinen spielen. Und wir dürfen nicht vergessen: Wir haben eine Aufgabe. Und die lautet nicht, hier schnellstmöglich wieder abzuhauen.

Ich bin froh, die Gruppe momentan nicht anführen zu müssen, aber müsste ich es, würde ich sagen, wir sollten wirklich auf das warten, was passiert, darauf reagieren wie es uns für richtig erscheint und hoffen, dass am Ende alles gut aus geht. Und bis dahin… warum nicht etwas entspannen, Kräfte sammeln und ja… warum nicht auch etwas Spaß haben? Uns allen ist bewusst wie ernst die Lage ist, das verspreche ich dir, auch wenn es nicht so scheint. Aber wir können sie nicht ändern. Wir können nur entscheiden, wie wir damit umgehen. Ich habe keine Ahnung, welche Aufgaben noch vor uns liegen, aber ihnen gelassen und ausgeruht zu begegnen ist meiner Meinung nach besser als angespannt und übermüdet..."


Sie war sich nicht ganz sicher, ob das was sie sagte vollständig das ausdrückte, was sie fühlte, doch es fiel selbst Yaize schwer angesichts ihrer Situation die richtigen Worte zu finden. Dann kam ihr ein Gedanke und noch während sie aufsprang und ihre Rute neugierig hin und her schwang sah sie Vishuni aus großen Augen heraus an.

"Was, wenn du unser Leittier wärst? Stell dir vor, du hättest diese Mission zu erfüllen… was wären jdeine Anweisungen?"

Man konnte merken, dass es der Füchsin nicht darum ging Zustimmung zu ernten sondern dass sie wirklich daran interessiert war, die Meinung und Vorstellungen von Vishuni zu hören, auch um sich ein besseres Bild von ihr zu machen und die Situation mal aus einer anderen Perspektive zu sehen.


[ bei Vishuni | ins Gespräch versunken und mit der Aufmerksamkeit voll bei Vishuni ]
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Nyphteq
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq »

Eine gewisse Irritation war Nyphteqs Blick nicht abzuschreiben, wobei „Irritation“ wohl sehr milde ausgedrückt war. Diese richtete sich auch nicht gegen Nyalas unerwartete Gesangseinlage, selbst wenn das durchaus denkbar wäre. Nein, das Wolfsgeheul wurde erst einmal ignoriert, während man, wenn man genau hinhörte, bei Nyphteq vielmehr die Alarmglocken leise klingeln hören könnte, die sich auf einen wütenden Konter vorbereiteten, nachdem Farlan sie vermeintlich als dumm bezeichnet hatte. Der einzige Grund, dass die Katze nicht sofort aus dem Pelz fuhr war wohl, dass der Graue direkt beteuerte, eben nicht ihren Grips gemeint zu haben. Und da die genaue Erklärung noch ein wenig auf sich warten ließ, blieb für den Moment eben nur eine sehr aufmerksame Skepsis in den Pumaaugen zurück, die sich schließlich, als dann endlich die Aufklärung folgte, mit einem Kopfschütteln auflöste. Man konnte nur hoffen, dass der Wolf niemals in eine Situation kam, in der er eine Rede würde halten müssen. Seine Ausdrucksweise erwies sich gerade als nicht besonders glücklich.

Nun gut, dass der Wolf ihrem Ast nicht traute und das nicht mal nach der vorausgegangenen Demonstration sollte die Berglöwin nicht weiter stören. Was sie allerdings störte war, dass auch der Dunkle nun das Thema auf die Artgenossin und Nyalas Reaktion lenkte. Ein leises Schnaufen war die Antwort auf Farlans Aussage, wobei sich die hörbare Verachtung darin nicht direkt gegen Nyalas Einschreiten wandte, sondern gegen die verpasste Schelle, deren Echo Nyphteq so langsam nicht mehr hören konnte. Fraglos hatte sich die Raubkatze innerlich bereits längst darauf verständigt, künftig in solchen Situationen nicht mehr einzuschreiten. Sollte die Fremde die kleineren Gefährten doch verschlingen! Wäre dann jedenfalls nicht Nyphteqs Schuld.

Natürlich wusste die Raubkatze, wenn sie insgeheim ganz ehrlich war, dass sie es ihn Wahrheit nicht so weit kommen lassen würde. Ganz egal was Nyala oder irgendein anderes Leittier dagegen sagen würde. Nur passte ihr dieser Gedanke gerade ganz und gar nicht in den Kram. Außerdem stand da unten immer noch ein Wolf herum, der wohl im Begriff war, ihr Löcher in den Bauch zu fragen.

„Wir sind seit Tagesanbruch in diesem Wald. Wann immer das auch war.“

Die letzten Worte begleitete ein abschätziger Blick auf den Vollmond, der hier eindeutig fehl am Platz war, aber den in Frage zu stellen ihr eindeutig die Motivation fehlte. Und damit war sie scheinbar nicht alleine, denn bisher hatte sie auch keinen ihrer Mitstreiter sich beschweren hören.

Als Farlan auf die Bären einging, ließ Nyphteq suchend den Blick schweifen, entdecke Rhorax in einiger Entfernung und ließ es damit gut sein. Sie wusste, dass Kailan auch noch irgendwo dahinten sein musste und da sich in der Zwischenzeit kein neuer Bär zu ihnen gesellt hatte, war die Bestandsaufnahme damit abgeschlossen.

„Wieso, reicht dir das etwa nicht? Ist dir unsere Auswahl nicht groß genug“,

war der doch leicht sarkastische Kommentar der Katze, wobei sich im Nachgang dann doch ein süffisantes Lächeln auf ihre Lefzen stahl.

[ [weiter auf ihrem Ast über Farlan | übergeht seinen Kommentar und beantwortet seine Fragen] ]
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Vishuni »

Diese Füchsin war so gut gelaunt, dass einem davon schlecht werden konnte. Das ständige Lächeln und Grinsen, wie eine eigenartig verzogene Grimasse – wieso tat sie das? Für Vishuni musste sie nun wirklich nicht auf freundlich machen, das würde sie sicher nicht beeindrucken. Sie zuckte müde mit den Ohren und machte sich auf einen neuen Wortschwall aus dem schmalen Fang gefasst.

Doch immerhin sprach die Rotpelzin drei Worte, die wie Musik in den Ohren der Puma waren.
Du hast Recht! Vielleicht war die Füchsin doch nicht so dumm, wie Vishuni sie zu Anfang eingeschätzt hatte?
Tatsächlich gewöhnten sich die empfindlichen Ohren der Berglöwin allmählich an die hohe Piepsestimme, die wohl einfach dem kleineren Resonanzkörper des Winzlings geschuldet war. So wie auch Kitten hin und wieder Töne von sich gaben, die an Schrillheit kaum auszuhalten waren. Und so fiel es ihr auch zunehmend leichter den – erneut – verdammt vielen Worten Gehör zu schenken.

Der zwischenzeitlich beinahe zurechtweisende Blick der Füchsin hätte Vishuni vielleicht sogar tatsächlich ein humorloses Grinsen entlockt und eine Spur Anerkennung verdient. Sie mochte es, wenn jemand für sich einstand und sich nicht alles gefallen ließ. Doch das folgende Lächeln war erneut so überzogen freundlich, dass Vishuni beinahe schlecht davon wurde und sie kurz angewidert den Blick abwandte.

Als die Füchsin schließlich geendet hatte, wurde Vishuni das Gefühl nicht los, dass sie sich irgendwie im Kreis drehten. Sie rutschte ein wenig auf ihrem Platz herum, bis sie es bequemer hatte und blickte in die orangen Augen vor sich.

“Das Grundproblem ist doch eigentlich, dass wir nur spekulieren können. Wir sagen zu viel ich denke und ich glaube, findest du nicht?“ Sie spitzte kurz die Ohren und legte kurz den Kopf schief, als ein wölfisches Heulen aus Richtung der Anderen zu ihr drang. Kurz warf sie der Füchsin einen fragenden Blick zu. Handelte es sich um einen Ruf? Doch nachdem die Rote keine Anstalten machte, sich zurück zur Lichtung zu bewegen, blieb auch Vishuni, wo sie war.

Die abschließende Frage der Kleinen jedoch entlockte der Puma ein kaltes, hartes Lachen.

“Du warst doch eben dabei, oder nicht? Ich habe hier gar nichts zu sagen“, brummte sie, bemerkte aber im selben Moment, wie eingeschnappt sie klang. Unzufrieden legte sie die Ohren zurück, bevor sie erneut das Wort erhob.

“Aber ich denke ich würde mich auf die Kampfstärke der Gruppe verlassen. Ihr habt ja wohl schon schwereres geschafft als das hier. Wozu sich also von irgendeinem Hokuspokus in diesem Wald verarschen lassen? Es gibt einen Weg, den gibt es sicher. Nur halte ich wenig davon, mir diesen versperren zu lassen.“

Tja, nun kannte die Füchsin ihre Ansicht. Nur wozu führte das? Es warf nur noch mehr Fragen auf. Und die Puma wollte aus diesem Gespräch auch irgendetwas gewinnen, was über taube Ohren und ein trockenes Maul hinaus ging. Es wurde Zeit, die Rollen umzudrehen.

“Wechselt die Rolle des Leittieres, von Mission zu Mission? Und was hattet ihr in der Vergangenheit schon für Aufgaben zu erfüllen?“, fragte sie und blickte ihr Gegenüber abwartend an. Einen Vorteil hatte es schließlich, hier draußen mit dem Plappermaul gelandet zu sein: Sie würde ihr sicher nicht jedes Wort aus der kleinen Nase ziehen müssen.

[bei Yaize, beantwortet knapp ihre Fragen, stellt dann eigene]
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