Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Rollenspielbereich: Betritt die Welt von Kihromah und werde Teil des großen Abenteuers
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Spielleitung
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Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung » 24. Juli 2018, 21:05

Die Kraft der Elemente / hat geschrieben:
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Belohnung: 6 VP - 6 KP - 6 BP

Handlungsort:
Unter der alten Eiche, Wäldchen am Rande des Weißwasser Sees, nahe der Kleinen Prärie
(Für einen Blick auf die Karte HIER klicken)

Umgebung:
Die „alte Eiche“, wie sie umgangssprachlich nur genannt wird, ist ein Baum von beeindruckender Größe. Gerüchten zufolge hat sie schon mehr als tausend Winter gesehen. Ihr Blätterdach breitet sich weit in alle Richtungen aus und dicke Wurzeln schlängeln sich um ihren Stamm über den Waldboden, ehe sie in diesem verschwinden. Der Platz unter ihren Ästen wird seit der Flucht vom Silberfels zu verschieden Gelegenheiten genutzt. Hauptsächlich versammeln sich hier Einsatztruppen vor oder nach ihren Aufträgen für eine Einweisung bzw. Auswertung. Täglich finden hier Gespräche mit ranghohen Ratsmitgliedern statt, wobei der Rat selbst noch einen anderen Versammlungsort in der Nähe hat. Die alte Eiche steht inmitten eines kleinen Wäldchens in der Nähe des Weißwasser Sees. In Anspielung auf den verloren gegangenen Silberfels nennt man diesen Wald auch Silberhain, da hier die Entscheidungen des Rats getroffen werden, ein offizieller Name ist dies jedoch nicht. Allgemein wirkt der Wald schon sehr alt, viele Bäume haben atemberaubende Höhen erreicht und werfen lange Schatten. Durch eben diesen Schatten und die Nähe zum Wasser ist es auch an heißen Tagen meist noch angenehm kühl. In diesem Laubwald finden sich reichlich Sträucher und Büsche, kleinere Bäche und auch die üblichen, kleineren Beutetiere. An den wenigen Stellen, an denen das Sonnenlicht durchbricht, ist der Boden gesäumt von Wildblumen und Gräsern. Ebenso findet man moosbewachsene Felsen, hohle, absterbende Baumstämme, hier und dort wachsen Pilze und überall raschelt, summt und brummt es. Der Wald ist voller Leben.

Tageszeit / Wetter:
frühe Morgenstunden / vom Sonnenaufgang orange gefärbte Schleierwolken am Himmel, kühl, Tau auf den Gräsern, leichter Wind

Auftrag / Plot:
Begebt euch auf der Suche nach dem geheimnisvollen Artefakt, mit dem sich angeblich die Elemente selbst kontrollieren lassen, gen Westen. Es heißt, die Raben des Geisterwalds wüssten mehr über alte Sagen und Legenden als irgendein anderes, lebendes Volk auf Kihromah. Euer erstes Ziel wird sein, eben jene Raben aufzusuchen.

Seit ihrer Rückkehr zum Weißwasser See war der Mond sechs Mal auf und wieder unter gegangen. Wie unsere Freunde erfuhren, war es beim groß angelegten Angriff des Widerstands letztendlich zwar nicht gelungen, den Silberfels zurück zu gewinnen und zu halten, dennoch gab es mehrheitlich positive Meldungen. So hatte der gebündelte Angriff auf die Ska nicht nur viele der Insekten das Leben gekostet, durch die enge Zusammenarbeit von Adlern, Bären, Füchsen, Pumas, Raben, Waschbären und Wölfen waren die Verluste unter den Angreifern auch verhältnismäßig gering geblieben. Zudem war ein Pass im Gebirge erfolgreich blockiert worden, über den die Insekten die Verteidigungslinien hätten umgehen können. Die Front am nördlichen Ende des Dunstwaldes hatte sich verfestigt und aktuell schienen sich die Ska zurück zu halten und in ihren Gebieten zu verharren. Und nicht zuletzt, so hieß es, hatte es ein kleiner aber mutiger Waschbär mit Namen Fitz geschafft, von Ska eingekesselte Tiere im Norden des Dunstwaldes zu befreien und sicher und wohlbehalten zurück zum Widerstand zu führen. Das alles nur mit Hilfe seines scharfen Verstands und einer kleinen Schar Widerstandtieren, die ihm dabei helfend zur Pfote gegangen war. Berichte wie diese schafften es, wieder Mut und Zuversicht zu wecken im zunächst hoffnungslos wirkenden Kampf gegen die Rieseninsekten. Die Schlacht am Silberfels und Fitz der Blitz gegen die Ska gehörten seitdem zu den Lieblingsspielen der jüngsten Nachkommenschaft der Widerstandstiere.

Es war früher Morgen und unsere Gruppe wurde erneut gebeten, sich an der alten Eiche am Weißwasser See einzufinden, um ihren neuen Auftrag von Brastk entgegen zu nehmen. Thalia war kurz nach der Rückkehr von ihrem letzten Auftrag aufgebrochen ihren Bruder zu suchen, der als Leittier eine eigene Mission in den Osten des Widerstand-Terrains anführte. Man hatte der Fähe bei ihrem Abschied angemerkt, dass es ihr schwer fiel, die Gruppe zu verlassen, aber zumindest bestand die Möglichkeit, dass dies kein Abschied für immer sein würde. Auch Ruhqio hatte sich kurz nach ihrer Rückkehr von ihnen abgesetzt und war seitdem nicht wieder aufgetaucht. Was genau die kleine Waschbärendame angetrieben hatte sich zurückzuziehen blieb ungewiss, doch konnte man sich nach allem, was sie hatten mitansehen müssen, nicht darüber wundern.

Stattdessen war ein äußerlich eher unscheinbarer aber sehr freundlicher und besonnener Puma mit Namen Véandur vor einigen Tagen vom Rat des Widerstands unserer Gruppe zugewiesen worden. Er war erst vor kurzem zum Widerstand dazugestoßen und sollte dementsprechend an diesem Tag zusammen mit unserer Gruppe seinen ersten Auftrag vom Rat erhalten. Zudem befand sich ein unbekannter Bär in ihrer Runde, der mit Brastk zusammen aufgetaucht war und sich stillschweigend an ihrer Seite niedergelassen hatte. Der Kerl war riesig, hatte zwar dem Äußeren nach zu Urteilen erst vor kurzem einige Kampfspuren davontragen dürfen, wirkte aber nichts desto trotz kräftig und bedrohlich wie kaum ein Bär neben ihm.

Sie hatten nicht lange auf den zweiten Wolf im Rat des Widerstands warten müssen. Brastk war wie vereinbart pünktlich bei Sonnenaufgang eingetroffen und hatte sich sogleich auf seinen angedachten Platz am Fuß der alten Eiche begeben.
HINWEISE:
  • Achtet wie immer auf Zeit, Ort und Umgebung
  • Ratsmitglied: Brastk
  • Gruppe: Kailan, Lucien, Nyala, Nunki, Nyphteq, Raaka, Rhorax, Trotzki, Véandur, Yaize

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung » 24. Juli 2018, 21:17

Brastk hat geschrieben:
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"Der Auftrag, den ich euch jetzt geben werde, ist anders. Manche würden vielleicht sagen, er ist schwachsinnig und eine Vergeudung von Potential. Mich zähle ich dazu. Aber der Rat hat mehrheitlich entschieden ihn so auszuführen, also füge ich mich. Und das erwarte ich auch von euch."

Die Worte von Brastk waren laut, deutlich und trotz des Inhalts nüchtern und keinen Widerspruch duldend an die Tiere gewandt, die sich halbkreisförmig um die alte Eiche versammelt hatten, unter deren Ästen der alte Rüde saß. Hatte sein Anblick von jeher schon einschüchternd, dominant und gefährlich gewirkt, so verstärkte sich dies durch die vielen neuen Narben und Verletzungen, die den Pelz des Rüden überzogen. Man konnte ohne Weiteres sehen, dass es sich bei diesem Ratsmitglied um ein Alphatier handelte, das nicht den Kopf einzog, sich hinter Diplomatie und Strategieplanung verbarg, sondern um einen Wolf, der die Konfrontation suchte und sich, wenn es um den Kampf gegen die Ska ging, in vorderster Reihe aufhielt. Der Rüde hatte, abgesehen von einem Teil seiner Rute, auch sein rechtes Auge eingebüßt. Dort, wo es einst gewesen war, zog sich eine weitere Narbe vom Ohr bis zum Ansatz seiner Schnauze. Sein verbliebenes Auge war der Gruppe zugewandt und wanderte von einem zum Nächsten.

"Inzwischen konnten unsere Augen am Himmel validieren, was euer komischer Kauz gesagt hat. Die Ska überqueren weder die Marschen, noch andere breite Gewässer. Sie wagen sich nicht weit in die Berge. Und auch den Flammenkamm meiden sie, obwohl die Glut dort schon lange erloschen ist."

Bei ihrer Rückkehr hatten sie die Erkenntnisse von Hoibu umgehend Nigeth mitgeteilt, der versprochen hatte, sie an den Rat weiterzureichen. Offensichtlich hatte er sein Versprechen eingehalten.

"Das hat einige Tiere veranlasst, alternative Lösungen zu suchen, als den direkten Kampf. Manche glauben, die Lösung unseres Problems läge in Märchen, in Geschichten und alten Sagen verborgen. Legenden von den Geistern, Wächtern. Die Elementbestien heißt es, kontrollieren Feuer, Erde, Wasser und Wind."

An dem Tonfall des Rüden ließ sich ablesen, was dieser von besagten Erzählungen hielt. Es war deutlich zu spüren, dass die Vermittlung dieser Mission für ihn auch nur eine Aufgabe war, der nachzukommen ihm zugetragen wurde. Seine Miene wirkte dennoch so ausdruckslos, als wäre sie aus Stein.

"Aber nicht nur sie. Es soll da noch ein Artefakt geben, ein Relikt aus vergangener Zeit, das denen die es finden die gleiche Macht verleiht: Elemente zu kontrollieren. Euer Auftrag ist, euch auf die Suche nach diesem Artefakt zu machen."

Damit beendete der Rüde seine Ansprache vorerst und gab den Tieren die Gelegenheit, diese Information aufzunehmen.

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyala » 25. Juli 2018, 17:26

Es waren ein paar Tage vergangen, seit sie die Tiere aus dem Talkessel befreit hatten, seit dem sie zwei gute Kämpfer und Freunde verloren hatten und doch ging das Leben für sie weiter. Es brachte nichts in der Vergangenheit stehen zu bleiben, wenn die Zukunft doch so ungewiss war und sie diese mit ihren Pfoten, Krallen und Flügeln selbst gestalten konnten. Der Widerstand hatte endlich einen kleinen Erfolg errungen und auch die wichtigen Informationen des alten Kauzes wurden überprüft und für wahr befunden. Vor einigen Monden hatten ihre Chancen noch ganz anders ausgesehen, die Hoffnung war beinah aus den Augen der Tiere verschwunden, dass hatte selbst Nyala sehen können, die selbst erst so kurze Zeit ein Mitglied des Widerstands war.
Jetzt wo man endlich Schwächen gefunden hatte, waren die Ska nicht mehr ganz so bedrohlich wie noch einen Wimpernschlag zuvor. Es gab Möglichkeiten sie abzuschütteln und zurückzudrängen. Letzteres war den anderen Gruppen gelungen, zumindest vorerst, sodass etwas Ruhe eingekehrt war und man sich um die Verwundeten kümmern konnte.

Thalia hatte sich verabschiedet, da sie ihren Bruder suchen wollte. Nya hatte die Bunte inzwischen in ihr Herz geschlossen und doch blieb sie ihrer bissigen, grimmigen Art treu als sie die Jüngere verabschiedete. Nya hoffte sie würde ihren Bruder finden, genau wie sie fest daran glaubte der anderen eines Tages noch einmal wieder zu begegnen. Auch die ruhige Waschbärin zog von dannen, dafür teilte man ihnen einen weiteren Puma zu, den die Weiße bisher nur argwöhnisch beobachtete. Vielleicht war es unfair, aber er würde sich ebenso wie die anderen in den Augen der Wölfin beweisen müssen. Ohnehin blieb die Helle grummelig, was in Anbetracht der Tatsache, dass Raaka sie endlich auch erkannte, gar nicht so einfach war. Also eigentlich schon, denn der Schwarze hatte ein gänzlich anderes Bild von ihr, was die anderen nicht zu Gesicht bekommen sollten. Damals war sie schließlich noch ein halber Welpe! Auch Yaize hatte sie zwischenzeitlich böse angefunkelt und ihr gedroht, sie würde die Rote auffressen, wenn sie irgendetwas sagte.

Jetzt jedoch saß sie gemeinsam mit den anderen um die große Eiche versammelt und musterte den dunklen Rüden eindringlich. Die vielen Narben zeugten von seinem Kampfesmut und Nya kam nicht umhin beeindruckt vom Ratsmitglied zu sein. Trotz des Verlustes eines seiner Augen, strahlte er noch immer die Präsenz eines Alphas aus, der vor keinem Kampf zurückschreckte.
Und noch etwas gefiel ihr an Brastk, er sprach nicht um den heißen Brei herum und beschönigte nichts von dem was er berichtete. Erst als er zu den Geschichten der alten Götter kam, zuckten Nyas Ohren leicht. Ihre Mutter hatte ihnen die Geschichten immer wieder erzählt und ihnen deutlich gemacht, wie wichtig die Botschaften darin waren. Vielleicht waren es nur Märchen, aber das machte diese Dinge nicht zu etwas Schlechtem. Unweigerlich glitt ihr Blick kurz zu Raaka, dem sie damals eine diese Geschichten erzählt hat. Erst als die Sprache auf das Relikt oder Artefakt kam, konnte Nyala ein kurzes Auflachen nicht verkneifen. Egal wie sehr sie selbst die Geschichten mochte und wie sehr sie ungesagt, daran glaubte, das erschien ihr doch etwas weit hergeholt.

“Verzeiht“,

entschuldigte sie sich und erhob sich auf alle vier Pfoten, um einen Schritt vor zu machen,

“aber glaubt ihr wirklich, es gibt in Kiromah etwas, dass in der Lage ist einem einfachen Bären, Puma oder Adler in eine Elementbestie zu verwandeln? Es klingt absurd. Wie genau soll dieses Relikt denn aussehen? Werden wir nicht hier gebraucht? Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Ska wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen.“

Nyala verstand die Idee hinter dem Ganzen sehr wohl. Wenn es dieses Teil wirklich gab, dann würden sie die Ska ein für alle Mal vernichten können. Feuer, Wind, Wasser und Erde… die Elemente zu beherrschen wäre fantastisch! Aber der Wölfin fiel es schwer daran zu glauben. Es war so einfach in Zeiten der Angst etwas zu erfinden, was den anderen Mut und Hoffnung schenkte. Aber was geschah, wenn sich alles als Schwindel rausstellte oder wenn sie besagtes Relikt nicht finden konnten? Sie sah ihre eigene Stärke wo anders, weshalb sie so unverblümt vorgetreten war und ihre Meinung kund getan hatte.

[ lauscht Brastk / schwärmt ein bisschen für ihn / findet die Idee doof, sagt ihre Meinung ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Yaize » 25. Juli 2018, 20:14

Yaize gähnte herzhaft und ausgiebig, während Brastk begonnen hatte von ihrem nächsten Auftrag zu berichten. Die Füchsin wirkte recht verschlafen, was durchaus der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass sie halbe Nacht wach gelegen und Sterne gezählt hatte. Nicht die Üblichen, die einfach nur steif und reglos am Himmel standen, sondern die, die nur ab und zu auftauchten, eilig über das Firmament zogen und einen hellen Schweif hinter sich her zogen. Am Ende war sie auf siebenunddreißig gekommen, mehr als in den meisten anderen Nächten? Sie hatte gewusst, dass am nächsten Morgen ein neuer Auftrag auf sie alle warten würde und fragte sich noch immer, ob die jagenden Sterne als Zeichen zum Aufbruch zu verstehen waren.

Yai hatte Ratsmitglied Brastk nicht mehr gegenüber gestanden, seit er sie und die anderen damals zum Ska-Nest in den Grenzwald entsandt hatte und war im ersten Moment erschrocken über den Zustand, in dem sich der Rüde inzwischen befand. Sie erinnerte sich an die Erzählungen, dass er nach der Schlacht um die Wettersturzhügel eine Weile als vermisst gegolten hatte. Sein Anblick lieferte eine gute Erklärung für seine Abwesenheit und ließ keinen Zweifel daran, dass er in der Schlacht mit vollem Körpereinsatz gekämpft hatte. Das wirkte etwas einschüchternd auf die Füchsin, so dass sie den direkten Blickkontakt die meiste Zeit vermied und stattdessen zu den Ästen der alten Eiche hinauf blickte. Durch die wenigen Lücken im Blätterdach sah man den vom Morgenfeuer getränkten Himmel. Ein neuer Tag, eine neue Mission.

Trotz des Versuchs übermäßigen Blickkontakt zu vermeiden hatte der Rüde doch die volle Aufmerksamkeit der Füchsin. Ihre gespitzten Lauscher sogen jedes seiner Worte auf, während sie mit der Zunge im geschlossenen Maul zwischen den Zähnen nach Resten ihrer letzten Mahlzeit fischte. Manchmal hatte sie Glück und fand noch etwas, dieses Mal ging sie jedoch leer aus. Als Brastk begann von den Geistern und den Elementen zu erzählen, von Legenden und einem mysteriösen Ding, das Macht verleiht, sah sie dann doch auf und glaubte einen Moment lang, das Ratsmitglied würde sie aufziehen. Doch Brastk war niemand, der sich Scherze erlaubte und der Blick der Rüden untermauerte die Feststellung, dass er es tatsächlich ernst meinte mit ihrer Mission.

Es war Nya, die als erste die Stimme erhob und ähnliche Worte fand, wie sie der Füchsin durch den Kopf gingen. Kaum hatte die Weiße geendet, schloss sich Yai ihr an. Ihre Stimme klang vorsichtig und zweifelnd, ein Ohr hatte sie zur Seite gelegt.

"Ich bin ja bereit so manches erst einmal zu glauben und später zu hinterfragen. Schon oft gemacht, ist manchmal wirklich einfacher. Aber ein DING, mit dem man Elemente kontrollieren kann? Ernsthaft? Was soll das sein? Wie soll so etwas aussehen?"

Sie versuchte kurz, ihre Vorstellungskraft zu nutzen um ein ungefähres Bild von dem zu bekommen, was Brastk beschrieben hatte, kam aber zu keinem auch nur annähernd realistischen Resultat.

"Und selbst wenn man jetzt mal annimmt, dass es so etwas geben könnte..."

Die Betonung lag auf 'könnte'.

"...wo sollte man danach suchen? So ein Teil wird ja nicht einfach irgendwo herumliegen. Was auch immer es ist und wie auch immer es aussieht. Ich habe ja früher als junge Füchsin viele Geschichten gehört und diese hier hätte ich definitiv spannend gefunden. Schon irgendwie eine lustige Vorstellung. Aber… naja… am Ende weiß man doch, dass das nur Geschichten sind. So wie der kleine Fuchs Ikaruff, der sich nachts in einen Vogel verwandelt, voller Freude über seine Flügel zu hoch in den Himmel fliegt und sich dann verbrennt, als die Sonne auf geht."


[ lauscht den Worten von Brastk und Nyala | äußert ebenfalls ihre Zweifel ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Lucien » 26. Juli 2018, 21:00

Wie so oft hatte der Adler sich einen Platz in den Ästen der Bäume gesucht, das war gar nicht so schwer, schlossen die Bäume hier doch fast dichter an einander im Blattwerk als mache Wiese im Gras. Die Flügel angelegt saß er letztlich oberhalb - und ein Stück hinter - seiner neuen Reisegefährten – oder eher Kampfgefährten. Sein Blick glitt über Bäume, Steine und Anwesende und blieb letztlich an dem Wolf hängen der auf die Gruppe zu trat. Brastk war sein Name, sein Ruf eilte ihm voraus und letztlich sah er aus wie Luc ihn sich vorgestellt hatte. Dieser Wolf fand sich selbst auf dem Schlachtfeld und der Adler glaubte nicht das der Verlust eines Auges daran etwas ändern würde.

Er schlug leicht mit den Flügeln als die Worte verklungen waren die den neuen Auftrag erklärten. Luc blickte ungläubig, spöttisch und hatte sich aufgerichtet in der bangen Hoffnung das dies alles nur ein Scherz war. Geschichten, Aberglaube und Legend, mehr steckte doch nicht dahinter, hinter den Worten an die der Rat die Hoffnung klammerte fündig zu werden. Die Schneeflocke trat vor, genauso wie die Rotgewandete Füchsin. Es schien als würde keiner wirklich glauben was dort vor sich ging. Als beide geendet hatten schaute Lucien zu dem Wolf, suchte nach dem Zeichen was diese Aufgabe als Unsinn abtat – und fand es nicht.

„Verzeiht Brastk, aber ich muss den Fellträgern zustimmen. Diese... Geschichten...“ Lucien unterbrach sich mit einem spöttischen klackern. „...es sich nichts anderes als Geschichten. Geschichten die sich an Land und in der Luft gleichermaßen erzählt werden, Geschichten die den Jungen eine Lehre erteilen sollen und die Hoffnung vermitteln sollen wenn keine mehr da sind.

Seine Stimme klang spöttisch, klang ungläubig ob dieser Aufgabe. Seine Augen ruhten auf dem Wolf, doch er gab es auf Zeichen zu finden die er nicht finden würde. Auch wenn man dem dunklen Tier anhörte das er keinerlei Glauben in das schenkte was er ihnen mitteilte so wurde doch auch klar das es keinen Ausweg geben würde. Sie würden diese Suche beginnen – und wer wusste wo es Enden würde. Oder wann.

„Wie soll das ablaufen? Sollen wir die Bekannte Welt absuchen nach Gerüchten und Legenden bis wir fündig werden? Wie lange sollen wir suchen? Was wenn die Ska zurückkommen und wir dann am anderen Ende von Kiromah sind?“

Diesen Katalog an Fragen hätte der Adler nahezu endlos weiter spinnen können, doch ihm war bewusst das dies nicht der richtige Augenblick war und das Brastk sicherlich nicht dazu da war ewig hier mit Ihnen zu stehen und aus zu diskutieren was längst entschieden war. Erneut und unruhig bewegte Lucien die Flügel. Dieser Auftrag war in seinen Augen ein Himmelsfahrtskommando – und das nur im besten Fall.

[hört sich den Auftrag an | spricht selbst | sitzt auf einem Ast]

Nunki
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nunki » 27. Juli 2018, 20:32

Nunki war kein Morgenfuchs, wie all ihre Familienmitglieder hätten bestätigen können. Deshalb hatte der Glanz in ihren Knopfaugen weniger etwas mit der wundervollen Szenerie der Alten Eiche, umgeben von dem warmen Morgenlicht zu tun, sondern mit herzhafter Müdigkeit, die sich in gelegentlichem Gähnen wiederspiegelte. Heimlichen Gähnen, das sie in dem sommerlich zerrupften Fell ihres Schwanzes zu verbergen versuchte. Der Ratswolf, der sie zu einer Versammlung gerufen hatte, sah wie der böse Wolf aus, mit dem ihre Mutter sie als Fuchswelpe immer erschreckt hatte. Seine Narben und der stechende Blick aus einem einzigen Auge waren der einzige Grund, weshalb die Füchsin nicht vor sich hin döste, sondern trotz Schläfrigkeit mit aufgerissenen Augen auf alles blickte, das nicht der schwarze Wolf mit der harten, lauten Stimme war. Sie hatte bereits bei der Ankündigung dieser Versammlung gefröstelt. In den letzten Monden war soetwas wie Ruhe in ihr eingekehrt, sie liebte die neue Lagerstätte des Widerstandes und hatte eigentlich keine Lust wieder aufzubrechen und eklige Insekten zu jagen.
Es gab nicht viel, das Nunkis Desinteresse hätte brechen können, doch was der Wolf sagte, … das ließ sie bei dem heftigen Kribbeln in ihrem Fell mit ihrem Kopf ruckartig in die Höhe schießen. Und sie sah den Wolf sogar direkt an, erschrak nicht einmal vor seiner Hässlichkeit oder seiner Dominanz. Nunki hatte bereits bei der Erwähnung von Wasser… von Feuer… eine Ahnung, die ihr Herz im Galopp trommeln ließ. Sie war zwar keine besonders intelligente Jägerin oder Kämpferin, aber… sie hatte jede Geschichte, die ihr auf ihren Reisen, oder zu Welpenzeiten, erzählt wurde, tief verinnerlicht. So tief, dass sie diese Geschichten der Vergangenheit ständig um sich herum hatte.

„Drachen“

Es war gehaucht, und kaum zu hören, aber das Wort lag in der Luft, in Nunkis Ohren. Und es verzauberte sie jedes Mal aufs Neue. Diese Elementbestien, das waren die Drachen, die Wächter. Die Retter dieser Welt. Was der vernarbte Wolf da so erzählte, von einem Artefakt klang fast genauso gut in Nunkis Ohren, auch wenn die Füchsin lieber eine Horde Drachen gejagt hätte, als ein olles Ding, das sich als Pseudodrache erwies. Und nicht einmal lebte.
So begeistert sie allerdings darüber war, dass endlich die wichtigen Themen angesprochen wurden, … sie war damit gänzlich allein. Der Schneewolf und sogar ihre Freundin Yaize zeigten lautstark ihre Skepsis. Nunki sah Yaize an, als hätten ihre Worte sie persönlich verletzt. Die Geschichte über Ikaruff, den fliegenden Fuchs, war definitiv wahr, entschied sie. Wie sonst hätten die Füchse ihr Anrecht auf das Himmelreich verlieren sollen, wenn nicht aufgrund dieses dummköpfigen Fuchswelpens? Nunki musste zugeben, sie war auch nicht angetan von dieser Historie, war es doch der Grund, weshalb sie nie den Wind unter ihren Flügeln spüren würde. Sie riss sich aus diesen melancholischen Gedanken und sah sowohl die griesgrämige Nyala, als auch Yaize fast schon herausfordernd an.

“Das Relikt muss nicht unbedingt ein Stück Stein oder Lehm, kein Ding sein, das man wie seine Zähne und Krallen einsetzen kann. Vielleicht ist es eine Zauberformel, eine Art mächtiger Gesang oder Tanz. Eine Energie, die man sich zueigen machen kann.“

Vielleicht war es aber auch einfach ein Drachenei? Nunkis Schwanz raschelte aufgeregt über den Boden und sie setzte sich auf, wollte ihren Anflug von Mut dazu nutzen, Brastk persönlich anzusprechen, doch die Worte des Adlers änderten ihre Wortwahl – und deren Ziel.

„Es sind nicht nur Geschichten! Ich habe…“

Sie unterbrach sich, verärgert darüber, dass sie sich fast verplaudert hätte. Lucien galt ein zorniger Blick, doch ihr Schweigen hielt nicht lange an, und diesmal sah sie tatsächlich das Ungetüm von Wolf an, ihre Worte an jeden ihrer Mitstreiter gerichtet.

„Der Rat wäre niemals so dumm uns ziellos loszuschicken. Nicht einmal während eines scheinbaren Waffenstillstandes. Ihr habt eine ganz genaue Vorstellung wo sich dieses Artefakt befindet oder wo wir mehr darüber erfahren können, nicht wahr? Vielleicht sogar, was es sein könnte.“

Sie schaffte es zumindest Brastk für zwei Sekunden direkt in die Augen zu sehen, dann täuschte sie ein Niesen vor und rieb ihre Nase mit ihrer Pfote. Das war es dann mit ihrer Portion Mut für diesen Tag. Wie konnte man auch nur so gemein aussehen, wenn man nur noch ein Auge besaß?

[ist begeistert von dem Auftrag | und versteht ihre Mitstreiter nicht |verteidigt die Mission und will mehr wissen]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Véandur » 28. Juli 2018, 12:43

Still schweigend hatte sich der Berglöwe auf seine Hinterläufe gesetzt und sich ruhig, aber mit einem neugierigen und freundlichen Gesichtsausdruck die anderen Widerstandskämpfer angeschaut. Der Rat des Widerstands hatte ihm vor einigen Tagen dieser Mission zugeteilt. Véandur kam nicht umhin zu bemerken, dass diese Gruppe wohl schon länger zusammen war und wohl schon unzählige Missionen im Auftrag des Rates erledigt hatte. Die Geschichte des letzten Auftrages ging durch die Lande, wobei häufig ein Name „Fitz“ fiel. Der Puma lächelte schmunzelnd als er daran dachte, wie die Geschichten seinen Namen hoch hielten. Wahrscheinlich war dieser „Fitz“ wohl eines der Tiere, die sehr aktiv Kommunikation betrieben haben. Andernfalls konnte er es sich nicht erklären, dass er mehrmals in den Geschichten vorkam.

Véandur leckte sich über die Lefzen und sein Blick glitt über die Mitglieder. Die Gestalt der weißen Wölfin fiel ihm als erstes ins Auge; ihr weißes Fell stach in diesen grau-braunen und grünen Tönen des Hintergrund klar heraus. Ihm fiel auch auf, dass sie nicht sonderlich...ausgeruht schien oder war generell etwas mürrisch. Zumindest zeugte ihr genervter Ausdruck im Gesicht davon. Der Berglöwe zuckte mit seinen Ohren und lies seinen Blick weiter wandern; zwei Füchse und einen braunen Adler erfasste sein Seelenspiegel noch. Kurz musterte auch diese Tiere bevor seine Aufmerksamkeit zu einem alt-aussehenden Wolf glitt. Still spitzte Véandur seine Ohren, um die Informationen, die der alte Veteran ihnen mitteilte, aufzunehmen.

Ein altes Artefakt, also? Die Kontrolle über die vier Elemente?... Klingt tatsächlich sehr interessant!, dachte der Kater bei sich, während ein funkelndes Leuchten in seinen Augen trat. Von einem Artefakt, welches das Wetter bzw. die Elemente der Erde kontrollieren konnte, hatte er noch nie gehört, aber es weckte seine Neugierde und sein Interesse. Das war etwas Neues, etwas Unbekanntes mit einer unbekannten Herausforderung verbunden! Véandur erhob sich auf seinen Läufen, sein Blick fest auf Brastk gerichtet. Als dieser geendet hatte, stellten die weiße Wölfin und die kleine Füchsin ihr Misstrauen klar; offensichtlich waren sie nicht sehr angetan von dem Auftrag. Auch der braune Adler teilte deren Bedenken, äußerte, das es nur Geschichten seien. Und Geschichten waren nur Geschichten... oder? Als die jüngere Füchsin ihre Stimme erhob, riss Véandur seinen Blick von dem Wolf los und sah sie an. Sie war wohl im Gegensatz zu den anderen sehr angetan von den Erzählungen. Vorsichtig näherte er sich ihr nur ein paar Meter, um sie besser zu verstehen. Doch etwas in ihren Worten lies den Berglöwen stutzen bzw. glaubte er, es sich eingebildet zu haben:

“Drachen?“

Véandur runzelte die Stirn, seine Schwanzspitze zuckte leicht, während er im hintersten Winkel seiner Erinnerungen nach ein paar Geschichten aus seiner Kindheit hervor kramte. Drachen waren mächtige Reptilien, spuckten Feuerbälle aus ihren Rachen und beherrschten noch einige andere Fähigkeiten. Und entweder bewachten sie einen Schatz – sie liebten funkelnde Gegenstände – oder ihren Nachwuchs.

“Werden wir denn auf dieser Mission auf diese Elementarbestien treffen?“

, richtete nun Véandur auch eine Frage an den alten Wolf, sein grauer Blick nun fest wieder auf seine Gestalt gerichtet. Und erst jetzt fiel ihm auf, dass der alte Veteran wohl schon einiges durchgemacht hatte. Ein fehlendes Augen, unzählige Narben, das mürrische Gesicht. Kurz huschte ein schmerzlicher Ausdruck über das Gesicht des Katers, welches aber schnell wieder verschwand. Dieser Wolf würde ihm einen Kopf kürzer machen, sollte er mit ihm Mitleid haben.

[Hört sich ruhig den Auftrag an | Hört sich die Bedenken & Befürworte der Anderen an | Stellt eine Frage an Brastk über die Elementarbestien]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Kailan » 4. August 2018, 14:21

Kailans Blick fuhr langsam nach oben zu den mächtigen Zweigen des Baumes unter dem sie standen und immer wieder dachte sie an die zurückliegenden Ereignisse. Sie wusste nicht, ob sie sich jemals verzeihen könnte Asuka im Stich gelassen zu haben, aber sie hatte keine andere Wahl gehabt und das wusste auch der Puma, sie hatten es gemeinsam entschieden. Es war gut so, auch wenn es für die Bärin schwer war, dies so zu sehen, aber sonst hätte sie den Widerstand nicht weiter unterstützen können und ob sie den Kampf gegen die Ska ohne die Bärin bestanden hätten, das war ungewiss. Diese Antwort würde sie aber auch nie bekommen. Kailan vermisste in ihren Reihen Ruhqio und Thalia, sie beiden schienen sich für einen anderen Weg entschieden zu haben, vor alle Dingen letztere wünschte die Bärin viel Erfolg, dafür war aber ein weiterer Puma nun bei der Gruppe und jemand der die Braune noch viel neugieriger machte. Ein Bär… Sie fragte sich was diese beiden Tiere hier suchten und sie war sehr neugierig darauf, aber auch ihr Beschützerinstinkt schlug Alarm und wollte ihr Freude über zwei neue Mitglieder zurückdrängen.
Kailan lauschte den Worten von Brastk und versuchte sich innerlich ein klares Bild über diese Aufgabe zu verschaffen, sie lauschte aber auch den Worten und Erzählungen der anderen und versuchte sich an eigene, kleine Kindergeschichten zu erinnern. Sie packte mit ihrer Klaue innerlich nach diesem Grashalm und schaute wieder hoch zu den Ästen, verschwommene Bilder tauchten vor ihrem geistigen Auge auf und da war es wieder, etwas packte nach ihrem Herzen und wollte es in die Tiefe ziehen. es verdunkeln und mit Schmerz füllen. Aber die Bärin stoppte ihre Gedanken und schaffte es abermals sich aus diesem Strudel zu retten. Sie nahm sich abermals vor, sich nicht mehr an ihrer Vergangenheit erinnern zu wollen und diesmal wirklich, denn vielleicht würde sie eines Tages dadurch den Widerstand in Gefahr bringen und das wollte sie nicht. Nein, ihre Vergangenheit musste verdrängt bleiben, bis ihre Zeiten bessere werden würden. Sie musste sich nun Gedanken über diesen Auftrag machen und so dachte sie ruhig über die Worte der anderen Tiere nach. Die Geschichten von Drachen, welche nun immer mehr die Runde machten, erwärmten irgendwie Kailans Herz, denn sie waren die Geschöpfe, welche sie schon als kleine Bärin fasziniert hatten, aber sie waren verschwunden und all die Geschichten von damals waren nur Geschichten. Aber genauso war es doch damals auch mit dem Widerstand gewesen, oder nicht. Kailan wurde sich ihrer Worte erst wieder bewusst, als sie längst schon angefangen hatte zu sprechen, ihre Stimme war leise:

„Vielleicht sollten wir…“

Sie schaute Brastk nun direkt an und nicht mehr in den Baum und ihre Stimme wurde fester und kräftiger und war an alle gerichtet:

„Ich weiß es ist noch nicht ganz so lange her, da war ich alleine in den Blitzbergen und hörte immer wieder Gerüchte, welche ich nicht glauben wollte. Ich misstraute diesen Erzählungen, doch je mehr Tiere mir davon erzählten, desto mehr gaben mir diese Erzählungen Hoffnung und Kraft und so suchte ich weiter meinen Weg und weiter. Ich wollte nicht aufgeben, ich wollte das Finden, von dem sie mir erzählten. Die Ska mussten aufgehalten werden und schließlich fand ich es, dass was ich am Anfang nur für Gerüchte und Geschichten über Hoffnung hielt, erschien vor meinen Augen und zeigte mir, wie wahr doch so etwas sein kann. Dies war der Widerstand, verschiedene Tiere, welche sich für den Kampf gegen die Ska zusammenschlossen…
Geschichten, die Wahr wurden…“


Kailan schaute ruhig in die Runde ein erfülltes Lächeln lag in ihrem Gesichtsausdruck und dann sprach sie weiter:

„Nunki hat Recht der Rat würde uns nicht komplett sinnlos losschicken. Außerdem muss es muss kein Gegenstand sein und vielleicht sollten wir dem ganzen auch wenn es absurd klingt erst einmal nachgehen. Wenn wir es nicht versuchen könnten wir uns hinterher Vorwürfe machen und wenn diese Suche anderen Tieren Hoffnung gibt, die Hoffnung die Ska zu besiegen, ist sie es denn dann nicht wert…
Ich halte so etwas zwar auch für absurd, aber vielleicht bringt es für andere Tiere den Glauben zurück…“


Das Leuchten war in Kailans Augen zurückgekehrt, das Leuchten, was sie beim Widerstand hielt, egal wie schlimm es auch aussah.

[will sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern | spricht zu Brastk und sieht ihn direkt an | spricht dann zu den ihren Freunden]

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Nyphteq
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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Nyphteq » 8. August 2018, 21:13

Es war das erste Mal, dass Nyphteq mit Brastk zu tun hatte. Sie hatte über den Ratswolf bisher bestenfalls über Erzählungen erfahren und dementsprechend gewichtig war sein jetziger Eindruck für sie. Ein Eindruck voller Widersprüche, denn weder sein ehrfurchtgebietender Anblick noch der strenge Tonfall passten zu den Worten, die er da von sich gab.

„Der will uns doch veraschen…!“

Diese Worte waren an Nyala gerichtet, neben der die Raubkatze Position bezogen hatte. Die Schmach, die sie ihr gegenüber nach dem Todesbiss an den Puma aus dem Talkessel empfunden hatte, hatte sie inzwischen überwunden und dass die Weiße diese ganze Sache offenbar ebenso lachhaft fand wie sie, stärkte erneut das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die goldgrünen Augen der Katze jedoch lagen weiterhin erwartungsvoll auf dem Ratsmitglied. Der dunkle Wolf sah zwar nicht aus wie jemand, der Scherze trieb, aber genau das machte ihn auch verdächtig. So eine Überraschung war schließlich umso größer, je weniger man damit rechnete. Auf die große Auflösung der Scharade wartete die Katze allerdings vergeblich: Als der Schwarze endete und die anderen Tiere zu Wort kommen ließ, ereilte Nyphteq die dunkle Einsicht, dass er diesen lächerlichen Auftrag todernst meinte.
Und mehr noch, ein paar ihrer Begleiter schienen von der Idee sogar deutlich angetan. Zugegeben, bei Nunki wunderte es die Katze kein Stück, und auch bei ihrem Neuling Véandur, dessen Bekanntschaft sie bereits vor einigen Tagen machen durfte, wunderte sie nichts mehr. Der Kater hatte einen fragwürdigen ersten Eindruck bei ihr hinterlassen. Umso mehr freute es sie insgeheim, dass selbst Yaize, die sie eher als jemanden eingeschätzt hätte, der auf solcherlei Märchen ansprang, ihre Skepsis äußerte. Auch, wenn das bedeutete, dass sich ihre Gruppe gerade eindeutig in zwei Fronten aufteilte und sie und die anderen Gegensprecher sich dabei in der deutlich unangenehmeren Position befanden.

Es war Kailans motivierende Rede – eine Praktik die wohl typisch für die Bärin war – die Nyphteq dazu veranlasste, selbst das Wort zu erheben. Die Katze verblieb in sitzender Position, den Blick zunächst kurz Kailan zuwendend und dann wieder nach vorne richtend, während sie sprach.

„Auch wenn ich den Wert von Hoffnung durchaus anerkenne; welchen Tieren soll diese Mission denn Hoffnung machen? Wie viele wissen überhaupt von der angeblichen Existenz dieses … Artefakts? Und wie viele davon glauben tatsächlich daran? Und von diesem Bruchteil, wie viele Tiere würden dann auch noch erfahren, dass wir auf dieser Mission sind?“

Kurz ließ sie diese Frage im Raum stehen, allerdings nicht lang genug, dass jemand noch auf die dumme Idee kommen konnte, diese Sache überall herumzuerzählen, um damit noch mehr falsche Hoffnungen zu wecken.

„Ich stimme dem Adler zu. Wenn die Ska weiter vormarschieren wird hier jede Pfote dringend gebraucht. Dann helfen wir niemanden, wenn wir irgendwo in der Weltgeschichte Steine umdrehen.“

Einen Atemzug lang musste sich die Katze zusammenreißen, ihrem Unmut nicht noch weiter freien Lauf zu lassen. Dies war eindeutig eine Mission, die ihr das Gefühl gab, fehl am Platz zu sein. Sie hasste den Gedanken, sinnlos Zeit zu verschwenden, während sie anderswo mehr erreichen könnte. Aber das nun auszurufen, erschien ihr taktisch sehr unklug. Ein wenig Krallenspitzengefühl schien dieser Sache viel eher zuträglich zu sein.

„Mag sein, dass der Rat diese Entscheidung mit einem bestimmten Hintergedanken getroffen hat, dessen bin ich mir sicher. Aber wenn diese Mission wirklich so vielversprechend ist, wäre es dann nicht klüger, zwei oder drei gute Spürnasen loszuschicken, statt eine ganze Gruppe fähiger Kämpfer aus dem Arsenal zu streichen?“

Mit diesen Worten war sogar ein leichtes Lächeln an Brastk gerichtet, auch wenn dessen steinerner Gesichtsausdruck nicht so aussah, als ließe er sich dadurch erweichen. Einen Versuch war es zumindest wert.

[ Hält wenig von dem Auftrag | äußert Zweifel | versucht einen Gegenvorschlag zu unterbreiten ]

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Re: Kapitel 6: Die Kraft der Elemente

Beitrag von Spielleitung » 9. August 2018, 21:26

Brastk hat geschrieben:
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Während die Gruppe das Wort übernahm und einer nach dem Anderen seine Gedanken zum Ausdruck brachte, blieb Brastk seelenruhig an Ort und Stelle sitzen und folgte mit ausdrucksloser Miene dem Gespräch. Sein verbliebenes Auge richtete sich dabei immer auf Denjenigen, der gerade sprach und schien durch Worte und Fell bis ins Innerste des jeweiligen Tieres zu blicken. Weder zuckten seine Ohren, noch regte sich seine Rute. Wären nicht die kurzen, flachen Atemzüge gewesen, die den Bauch des Rüden beinahe unmerklich hoben und senkten, hätte man meinen können, dieser Wolf sei zu Stein erstarrt. Nachdem Nyphteq geendet hatte, übernahm das Ratsmitglied dann wieder das Wort. Seine Stimme verriet dabei genau so wenig über seine Gefühlslage wie seine Gestik.

"Wir haben eine ganz ähnliche Diskussion im Rat geführt und die Entscheidung, diesen Auftrag tatsächlich zu vergeben, war weniger eindeutig als bei vorherigen Missionen. Ich denke das dürfte euch nicht überraschen. Einige von euch bringen sogar genau dieselben Pro und Kontra Argumente vor, die in der Ratssitzung gefallen sind."

Der Rüde legte eine kurze Pause ein um die Worte wirken zu lassen, dann fuhr er fort.

"Tatsächlich wissen wir relativ wenig darüber was es sein kann, wie es aussieht, wirkt oder wie wir es verwenden können, wenn überhaupt. Und doch häufen sich die Berichte und Legenden über dieses Ding, wenn man die Ältesten und Weisesten Tiere zu diesem Thema anhört. Und zwar Artübergreifend, auch wenn es vornehmlich die Raben und Waschbären waren, die am Stärksten Gewicht in diese Geschichten gelegt haben."

Nun erhob sich Brastk und begann, ihre Reihen langsam abzuschreiten. Während er weitersprach sah er niemanden direkt an, auch wenn er gerade Bezug auf die Worte desjenigen nahm, an dem er vorbei schritt.

"Ich muss euch zudem mitteilen, dass wir nicht einmal genau wissen wo sich dieses… was auch immer es ist... befindet. Vermutlich wird es NICHT einfach irgendwo herumliegen, das stimmt. Die Raben behaupten, einer ihrer Ältesten könnte uns bei der Suche helfen. Ein weißer Rabe, der - obwohl er blind ist – angeblich mehr von der Welt gesehen haben soll, als alle anderen noch lebenden Geschöpfe. Es wird behauptet er sei älter als die Bäume des Dunstwaldes und schon auf dieser Welt gewesen, als noch Drachen den Himmel beherrscht haben. Glaubt davon was ihr wollt, mehr sage ich dazu nicht. Angeblich soll er in den Tiefen des Geisterwalds am anderen Ende des Weißwassers leben, in einem tief im Inneren liegenden Teil, den manche nur den Alten Wald, andere wiederum den Wisperwald nennen."

So schlenderte der Wolf während er sprach an Yaize und Kailan, Nunki und Véandur vorbei. Vor Nyala und Nyphteq blieb er kurz stehen, doch auch hier sah er die beiden nicht direkt an, während er weiter sprach, sondern hatte sein Auge in die Ferne gerichtet.

"Es stimmt, Kämpfer werden hier gebraucht und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Ska wieder angreifen. Warum also euch schicken und nicht einfach ein paar gute Spürnasen, hm? Gute Idee. Haben wir gemacht. Gleich in der ersten Nacht nach eurer Rückkehr. Ein kleiner Trupp aus Füchsen, Waschbären und einem Adler. Keiner ist zurückgekehrt. Sie sind alle spurlos verschwunden. Vielleicht hätten wir auf die Warnung von Krarax hören sollen, einer der älteren Raben der meinte, es sei noch nie jemand aus dem Wisperwald zurückgekehrt und das keiner genau wisse, was dort für Gefahren lauern. Ein anderer hat behauptet, dass diejenigen, die in sein Innerstes vordringen wollen, eine Reihe von Prüfungen erwarte, die sie auf die Probe stellen würden. Kraft, Geschicklichkeit, Charakter, Mut, all dieser Kram. Wir hielten das nur für dumme Geschichten. Wir sprechen hier von einem Wald. Ein dummer, einfacher Wald, in dem irgendwo ein Rabe hockt, den wir sprechen wollten. Nun ja..."

Er hatte seine Runde während der letzten zwei Sätze fortgesetzt und war nun wieder an seinem Platz unter der alten Eiche angelangt. Erst jetzt richtete er sein Auge wieder auf die Gruppe und ließ es über die Tiere wandern, blieb jedoch stehen, statt sich wieder zu setzen.

"Wieder eine dumme Geschichte, die sich zumindest anscheinend als wahr erwiesen hat. So wie Rieseninsekten, die aus dem Nichts auftauchen und ganze Landstriche überfallen."

Ein letztes Mal legte der alte Rüde eine kurze Pause ein, senkte kurz den Kopf, ehe er ihn wieder aufrichtete und die Ohren aufstellte. Dann hob er die Stimme etwas und nun hatte sie ihren gleichgültigen Tonfall verloren und wieder dieselbe Dominanz und Kompromisslosigkeit wie zuvor. Der Befehlston eines Alphawolfes.

"ICH habe euch für diese Aufgabe vorgeschlagen. Unabhängig davon, was ich von diesen Märchen halte: Wir werden nicht noch einmal den Fehler machen und Warnungen ignorieren, egal wie bescheuert sie auch klingen mögen. Ihr habt bewiesen, dass ihr zu vielem in der Lage seid. Der Rat traut euch am Meisten zu, diesen Weg hinter euch zu bringen und möglichst schnell und unbeschadet zurückzukehren. Diese Sache gehört abgehakt. Egal ob ihr diesen Raben findet oder nicht, ob er euch zu diesem Artefakt oder was auch immer führen kann oder nur Blödsinn von sich gibt: Wenn ihr zurückkehrt, dann wird sich die Sache auf die eine oder andere Art erledigt haben. Und wir können uns wieder auf wesentlichere Dinge konzentrieren."


[ Schreitet durch die Reihen, gibt zusätzliche Informationen preis, nimmt wieder unter dem Baum platz ]

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